Meldungen aus dem Landesverband Thüringen
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Volkstrauertag in Altenburg

Erinnerung bewahren und Toten gedenken

Fotos: Mario/ Jahn


In diesem Jahr fand die zentrale Gedenkveranstaltung des Freistaates Thüringen zum Volkstrauertag in Altenburg statt. Zu den Redebeiträgen von Oberbürgermeister André Neumann und Ministerpräsident Mario Voigt kamen auch in diesem Jahr Beiträge von Schülern und Schülerinnen aus Altenburg. Die Schülerin des Christlichen Spalatin-Gymnasiums, Merle Werrmann, referierte bereits in der Trauerhalle über die HASAG in Altenburg und ging auf deren Entwicklung von einer Metallwarenfirma zu einem der größten Rüstungskonzerne des nationalsozialistischen Deutschlands ein. Dabei legte sie einen besonderen Fokus auf die Menschen, die in der HASAG unter schwersten Bedingungen arbeiten und unter schlechtesten Verhältnissen leben mussten. Dies waren vor allem Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge, die teilweise bis zur völligen Erschöpfung und zum Tod dort Munition herstellten. Nach einem Musikstück des Posaunenchores Altenburg begaben sich die Gäste ins Freie zu den Grabstätten der Opfer des Krieges. 
 

Ein Ort der stillen Anklage

Den zweiten Teil der Veranstaltung auf der Grabanlage für Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge eröffnete Merle Werrmann mit einem weiteren Beitrag zu den Zwangsarbeitern der HASAG. Hier lag ihr Fokus auf der Mahnung zur Erinnerung, damit die Menschen, die hinter den Fabrikmauern ihr Leben für die Kriegswirtschaft lassen mussten, nicht vergessen werden. Abgerundet wurde dieser Teil der Veranstaltung mit einigen Informationen zur Anlage selbst und einem ökumenischen Friedensgebet von Superintendentin Annette von Biela und Pfarrer Andreas Gießler. Anschließend wurden durch alle Gäste Blumen auf den Gräbern niedergelegt.

Gedenken an alle Opfer

Der dritte und letzte Teil der Gedenkveranstaltung fand auf der Grabanlage der deutschen Toten des Zweiten Weltkrieges statt. Hier wurde zunächst die Biografie von Erich Mäder vorgestellt, da dieser einer der ersten Bürger Altenburgs war, der durch die Hände der Nationalsozialisten verstarb und ein Grab auf dem Friedhof in Altenburg hat, wenn auch nicht auf der Kriegsgräberanlage. Erich Mäder ist auch deshalb wichtig zu erwähnen, da er als Abgeordneter der SPD Adolf Hitler 1932 im thüringischen Landtag peinliche Fragen über seinen Versuch, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, gestellt hatte. Damit erzürnte er die Nationalsozialisten sehr und bezahlte dafür schlussendlich mit seinem Leben. Die Anlage selbst sowie persönliche Bezugspunkte zu ihr stellten die Schüler Johannes Mähler und Hasan Mariam der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Altenburg vor. Anschließend wurden auch auf dieser Anlage durch alle Gäste Blumen niedergelegt, bevor der Landesvorsitzende des Volksbundes Thüringen, Minister Christian Tischner, das Totengedenken vortrug. Mit dem Trompetensolo „Ich hatt‘ einen Kameraden“ endete diese würdige Gedenkveranstaltung. 

Lisa Köhler

Studentische Hilfskraft beim Volksbund Thüringen