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Meldungen aus dem Landesverband Thüringen
Meldungen aus dem Landesverband Thüringen

Friedensandacht auf der Kriegsgräberstätte in Hötzelsroda

Baumpflanzung: von links: Rainer König, Christoph Ihling, Werner Philipp Jürgen Stolze


Am Sonntag, dem 9. August 2026, gestalteten im Anschluss an einen Gottesdienst in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Eisenach, Bischof Werner Philipp gemeinsam mit Christoph Ihling, Oberbürgermeister der Stadt Eisenach und Rainer König, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Thüringen, eine Friedensandacht auf der Kriegsgräberstätte Hötzelsroda bei Eisenach. Rainer König stellt den etwa vierzig Anwesenden die Kriegsgräberstätte in Hötzelsroda vor. Er gab Einblick in die Entstehung des Friedhofes sowie zur Pflege und Erhaltung der Kriegsgräber, die das Gedenken an Krieg und Gewaltherrschaft wachhalten und als Zeichen zur Versöhnung dienen sollen.  
 

Zwei Schicksale

Besonders berührend war die Darstellung der Biografien eines deutschen und eines US-amerikanischen Soldaten. 

Gefreiter Armin Meier, geboren am 8. Juni 1927 in Hamburg, gefallen mit nur 17 Jahren am 3. April 1945 bei Eisenach. Sein Grab befindet sich auf dem naheliegenden Friedhof in Bolleroda und wird von einer Bewohnerin liebevoll gepflegt. Erfuhr seine Mutter, dass und wo ihr Sohn ums Leben kam? Konnte sie je sein Grab hinter dem Eisernen Vorhang besuchen? 

Technical Sergeant John F. Schroder, Nachfahre deutscher Einwanderer in den USA, wurde  am 18. September 1917 geboren und lebte auf Long Island/New York. Er hat die verlustreichen Kämpfe in der Normandie, die Befreiung von Paris, die Ardennenoffensive, die Rheinüberquerung bis zur Befreiung Thüringens und die Kapitulation am 8. Mai 1945 überlebt. Am 5. Juni 1945 wurde er bei Aschersleben bei einem Panzerunfall schwer verletzt und starb kurz darauf im amerikanischen Militärkrankenhaus in Eisenach.  Er wurde auf dem provisorischen US-Friedhof Eisenach No.1 beigesetzt und noch vor Übernahme Thüringens durch die Sowjetarmee auf den Netherlands American Cementary and Memorial bei Margraten (Niederlande) umgebettet. 

Mit dem Vortrag des nachdenklich stimmenden Liedes „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader hat Rainer König die Andacht musikalisch bereichert. 

Erster Atombombeneinsatz vor 81 Jahren

In seinem Grußwort nimmt Oberbürgermeister Christoph Ihling Bezug zum Gedenktag des Abwurfs der Atombombe auf die japanische Stadt Nagasaki am 9. August 1945. Mit dem erstmaligen Einsatz dieser alles vernichtenden Waffe durch die USA am Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich das Angesicht der Erde verwandelt. Ihling selbst hatte Gelegenheit, die Stadt in Japan zu besuchen. Heute ist es eine lebendige und friedliche Stadt. Dies ist ihm ein Zeichen dafür, dass die Hoffnung auf Auferstehung, die in Christus begründet ist, Neues entstehen lässt. In seinem geistlichen Wort betrachtet Bischof Philipp noch einmal die christliche Hoffnung, die Christenmenschen befähigt, vor den aktuellen Kriegen und Krisen der Gegenwart nicht zu resignieren, sondern im Vertrauen auf Gottes Wirken und seine Begleitung sich für den Frieden unter den Menschen – im Großen und im Kleinen – einzusetzen. 

Ein Apfelbaum zum Gedenken

Im Rahmen der Andacht pflanzten Bischof Philipp, Oberbürgermeister Ihling und Rainer König vor dem Friedhof einen besonderen Baum als Zeichen des Friedens, der Versöhnung und der Hoffnung. Es handelt sich um den 91. Baum der Apfelsorte „Martin Luther“ von insgesamt nur 95 gezogenen Exemplaren inklusive Sortenschutz durch das Bundessortenamt. Jeder Baum steht für eine These Luthers. Gezüchtet wurden diese Apfelbäume von der Barnimer Baumschule der Hoffnungsthaler Werkstätten gGmbH in Biesenthal bei Berlin unter fachlicher Anleitung von Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung. 

Im abschließenden gemeinsamen Gebet mit der Gemeinde wurde die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass der Frieden in unserer Welt wachsen möge, so wie der Apfelbaum – langsam, aber nachhaltig. 

Text: Rainer König