Am 07.05.2026 war das Feedbackseminar zum Anne-Frank-Projekt in Weimar, zu dem bereits ein Artikel auf dieser Homepage veröffentlicht ist. In diesem Seminar fanden sich nochmal alle Peerguides zusammen und konnten berichten, wie sie diese Zeit als Begleiter in einer Ausstellung empfanden. Wir tauschten uns über positive und negative Erfahrungen und alles, was in dieser Zeit passierte aus und konnten alles nochmal Revue passieren lassen. Das Seminar leitete ein Mitarbeiter des Anne-Frank-Zentrums Berlin, der sich bei uns auch Tipps für die nächste Peerguide-Ausbildung holte. Wir konnten auf großen Flipcharts, auf denen z.B. eine Ampel gemalt war, einen kleinen Sticker kleben, um so zu zeigen, wie es insgesamt lief, wobei grün für gut und rot für schlecht stand. Auf einem anderen Flipchart war eine Zielscheibe gemalt, und man sollte zeigen wie gut wir auf die Zeit als Peerguides vorbereitet wurden, je weiter in der Mitte, desto besser. Am Ende des Seminars erhielt jeder ein Zertifikat, dass er bei diesem Projekt mitgemacht hat und einen Gutschein für den Besuch des Anne-Frank-Zentrums Berlin.
Feedbackseminar zum Projekt „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“
Erinnerungskultur im stetigen Wandel - auch bei der Bezeichnung von Straßennamen
Nachdem wir mit dem Feedbackseminar fertig waren, begaben wir uns gemeinsam auf den Weimarer Hauptfriedhof für eine Führung. Eigentlich war geplant, dass die Schüler mit mir zum Friedhof laufen, und ich ihnen auf dem Weg noch etwas zur Geschichte der Straßennamen, an denen wir vorbeikommen erzähle. So z.B., dass die heutige Karl-Liebknecht-Straße früher Adolf-Hitler-Straße hieß, oder dass die Straßen bereits am 4. Mai 1945 umbenannt wurden. Oder zu einem Stolperstein für Gustav Lewin, ein jüdischer Mitarbeiter der Musikhochschule, der durch die Schikanen der Nazis in den Selbstmord getrieben wurde. Aber aufgrund des schlechten Wetters sind wir alle Bus gefahren und ich konnte dies leider nicht realisieren. Auch auf dem Friedhof regnete es noch, weshalb wir die Führung kürzen mussten und den Einstieg im überdachten Vorbau der Friedhofsverwaltung gestalteten.
Der außerschulische Lernort "Weimarer Hauptfriedhof"
Wir starteten mit einem Fotoeinstieg, das heißt wir teilten Fotos von sehr verschiedenen Kriegsgräberstätten in ganz Europa aus. Die Peerguides sollten sich diese anschauen und darüber untereinander austauschen. Einige haben dann ihre Bilder vorgestellt und wir vom Volksbund konnten Fragen beantworten. Bevor die Führung startete, verteilte Herr Hug an jeden der Peerguides, als Dankeschön für die Teilnahme an dem Projekt einen Büchergutschein.
Danach begaben wir uns zum Grab von Kurt Nehrling, einem SPD-Mitglied und Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus. Er wurde wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und im KZ Dachau ermordet.
Danach gingen wir zur Grabanlage für die Weimarer Luftkriegstoten des 09.02.1945. In diesen Massengräbern liegen etwa 400 Tote Zivilisten. Die über 350 KZ-Häftlinge und über 80 Zwangsarbeiter, die bei diesem Luftangriff starben, erhielten kein Grab. Für sie gibt es nur einen Gedenkstein in der Kromsdorfer Straße in Weimar.
Nun begaben wir uns zu den Soldatengräbern an denen Bildungsreferent Sebastian Fehnl etwas zu einzelnen Biografien erzählte. Zum Abschluss begaben wir uns zum Grab von Rosa Schmidt, einem Opfer des Holocaust. Sie wurde als angebliche Jüdin in Auschwitz ermordet. Auf Initiative des Volksbundes wurde ihr Grabstein, der ca. 2009 entfernt wurde, aber noch vorhanden war, Ende 2025 wieder aufgestellt.
Text: Arthur Schulz, Bundesfreiwilliger