Meldungen aus dem Landesverband

Ein Ort der Mahnung und Erinnerung

Eigentlich sollte am 18. Mai 2020 der in den vergangenen zwei Jahren neu angelegte KZ-Häftlingsfriedhof am Baderberg in Berga/Elster eingeweiht und der dort begrabenen 315 Opfer der NS-Diktatur gedacht werden. 

Am Ende des Zweiten Weltkrieges sollte nahe Berga/Elster unter Tage in Bunkern und Stollen Treibstoff hergestellt werden, um vor Luftangriffen geschützt zu sein. Für den Stollenbau wurden vor allem Kriegsgefangene und Häftlinge aus dem KZ Buchenwald eingesetzt, darunter viele Juden aus Ungarn. Viele Gefangene kamen dabei zu Tode und wurden am Baderberg verscharrt. 

Wegen der „Corona-Krise“ konnte vorerst nur ein Kranz zum Gedenken niedergelegt werden. 
„Es war ein langer Weg bis zur Fertigstellung der Gedenkstätte für die jüdischen und anderen Opfer des KZ Buchenwald-Außenlagers", bemerkte Professor Reinhard Schramm, der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Die Nachkommen der Opfer seien dankbar, dass es nun diesen würdigen Ort gebe, der der Mahnung und Erinnerung diene.

Wie der mit der Realisierung dieses Projektes beauftragte Landschaftsarchitekt Steffen Möbius aus Erfurt treffend bemerkte, "handelt es sich bei der Anlage auf dem Baderberg um die größte komplette Neuanlage einer Kriegsgräberstätte in Thüringen in den letzten Jahrzehnten". 

Nicht zuletzt über die Schicksale und Leidenswege der hier begrabener Opfer und die Bemühungen der Nachkommen, einen würdigen Ort der Trauer und des Gedenkens zu finden ist im Rahmen der vorgesehenen Einweihung dieser Grabstätte noch zu berichten, auch wenn wir noch nicht wissen, wann das sein wird. 

Zu danken ist den vielen engagierten Partnern und Privatpersonen bei der Realisierung dieses umfangreichen Projektes. Begonnen bei Landschaftsarchitekt Steffen Möbius, dem Thüringer Landesverwaltungsamt für die Finanzierung aus Mitteln des „Gräbergesetzes“, der Thüringer Staatskanzlei für die Koordination der Zusammenarbeit, dem Heimat- und Geschichtsverein Berga/Elster e.V. für die Erforschung und Bewahrung der lokalen Geschichte, der Heimatforscherin Christine Schmidt für ihre unermüdliche Recherche nach den Schicksalen einzelner Opfer und vielen anderen, die noch zu nennen sind. Für den zum Gedenken abgelegten Kranz mit der Aufschrift "Nie wieder Faschismus" danke ich Winfried Leusbrock, dem Geschäftsführer der Eggert GmbH aus Heek in NRW, die mit ihrer Georadar-Untersuchung des Geländes und Auswertung maßgeblich zum Erfolg dieses Projektes beigetragen hat. 


Henrik Hug 
Geschäftsführer 
 

🍪 Cookie Einstellungen

Erforderlich

Diese Cookies sind für den Betrieb der Webseite zwingend erforderlich. Hier werden bspw. Ihre Cookie Einstellungen gespeichert.

Statistik

Wir verwenden Google Statistik Cookies um zu verstehen, wie Sie mit unserer Webseite interagieren.