Botschaftsrat Alexey Isachenko von der Russischen Botschaft in Berlin dankte dem Bürgermeister für die Einladung – gerade in diesen schwierigen Zeiten. Er erinnerte daran: „Mehr als 27 Millionen sowjetische Bürger sind gefallen oder an den Folgen des Krieges gestorben. In Deutschland gibt es über 4.000 sowjetische Grabstätten, in denen rund 700.000 Sowjetbürger ruhen. Diese Grabstätten werden gemäß dem deutsch-russischen Regierungsabkommen zur Erhaltung der Kriegsgräber ordnungsgemäß gepflegt.“ Dafür sprach er seinen Dank aus. Vor allem aber übermittelte Isachenko im Auftrag der Russischen Botschaft der Gemeinde Gerstungen, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie allen an der Umbettung Beteiligten seine herzliche Anerkennung. Jede Kriegsgräberstätte in Deutschland sei, so betonte er, ein Ort, an dem ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt werde – und zugleich ein Ort, an dem man sich trotz aller Belastungen für Versöhnung zwischen Deutschen und Russen stark mache. Abschließend sagte er: „Wir hoffen auch darauf, dass gute und freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder aufgebaut werden!“
Henrik Hug, Geschäftsführer des Landesverbandes Thüringen, erinnerte in seinem Redebeitrag an die Dimension seiner Arbeit: In Thüringen gibt es 570 Kriegsgräberstätten, auf denen rund 106.000 Kriegstote bestattet sind. In Untersuhl ruhen nunmehr 116 Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. „Es sind jedoch nicht nur Namen und Zahlen auf den Tafeln, es sind Menschen“, betonte Hug. Besonders bewegend erinnerte er an die berührende Wiedereinbettung im Jahr 2023, bei der auch das Foto von Fjodor A. gezeigt wurde, der 1941 in Gefangenschaft geriet und 1942 im Richelsdorfer Tal verstarb. Im Zuge dieser Exhumierung kam man in Kontakt mit dessen Urenkelin Anastasia S., die bei der Wiedereinbettung ihres Urgroßvaters anwesend war. Dies galt als ein „sehr versöhnliches Zeichen“, das den Auftrag des Volksbundes eindrucksvoll unterstreiche.