Meldungen aus dem Landesverband

12. Mitgliederversammlung des Landesverbandes Thüringen

Am Samstag, 17. Oktober 2020, fand die 12. Mitgliederversammlung des Landesverbandes Thüringen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge seit seiner Neugründung im Jahre 1991 in der Cafeteria des Erfurter Regierungsviertels statt. Geladen waren die knapp 1.400 Mitglieder des Volksbundes in Thüringen, von denen 36 nach Erfurt kamen. 
Der Landesvorsitzende Dr. Michael Krapp begrüßte unter den Gästen auch die Neumitglieder Christina Tasch MdL, Elke Holzapfel MdL i.R. und Staatssekretärin a.D. Dr. Babette Winter. 
Der Schirmherr des Landesverbandes, Ministerpräsident Bodo Ramelow, konnte persönlich nicht teilnehmen, sandte aber ein Grußwort (siehe Anhang), welches zu Beginn der Tagung verlesen wurde. 
Die zwei Jahre seit der vergangenen Mitgliederversammlung in 2018 bildeten den Zeitraum, über welchen Dr. Krapp mit Zahlen, Fakten und Veranstaltungen des Volksbundes in Thüringen anschaulich berichtete. 
Der Geschäftsführer Henrik Hug untermalte dies mit seinem Bericht zur Personallage, notgedrungener Kurzarbeit und Sparzwängen wegen rückgehender Einnahmen. Aber auch die positiven Projekte der Sanierung und Neugestaltung von Kriegsgräberstätten in Thüringen sowie in der Jugend- und Bildungsarbeit, wie die jährlichen Workcamps, wurden beleuchtet. 
Die Mitgliederversammlung sah dieses Mal keine Vorstandswahl vor, sondern nur die Wahl eines Delegierten zum Bundesvertretertag im kommenden Jahr. Als Delegierter wurde Stefan Sander aus Küllstedt gewählt, als seine Vertreterin Frau Dr. Babette Winter.
Nach der Mittagspause mit Imbiss referierte der Historiker und Autor Jürgen Möller aus Winkelhaid zum Thema „Kriegsende 1945 in Thüringen“. Anhand von Karten und Bildmaterial ließ er die Zuhörer die Besetzung Thüringens durch die US-Army und die aussichts- und sinnlose Verteidigung durch Reste der Wehrmacht und SS-Einheiten plastisch nacherleben. 
Nach etwa vier Stunden Tagung wurde den Mitgliedern Sigrid Schreiber aus Creuzburg, Annerose Kramer aus Schweinbach (welche beide kurzfristig ihre Teilnahme absagen mussten) sowie Manfred Böhm aus Heyerode für deren hohes ehrenamtliches Engagement für den Volksbund mit einer Urkunde und Blumen gedankt. 
Mit dem Blick auf die im Jahr 2022 durchzuführende nächste Mitgliederversammlung, dann mit Vorstandswahl, beendete Dr. Krapp die Mitgliederversammlung. 
In diesem Jahr begehen wir dann auch 100 Jahre Landesverband Thüringen, der am 22.02.1922 in Weimar gegründet wurde. 
Trotz strenger Hygiene-Regeln, mit Abstand und regelmäßigem Lüften des Raumes konnte den Gästen eine interessante und kurzweilige Veranstaltung geboten werden. 

 

Das Grußwort des Thüringer Ministerpräsidenten Herrn Ramelow zum Nachlesen:

Sehr geehrte Mitglieder des Landesverbandes Thüringen,
seit über 100 Jahren kümmert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
grenzüberschreitend darum, die vielen Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft dem
Vergessen zu entreißen. Der Thüringer Landesverband ist seit 1991 wieder dabei -
über 1.400 Mitglieder leisten eine enorm wichtige Versöhnungsarbeit.
Es geht darum, Orte der Erinnerung und des Gedenkens zu schaffen und zu pflegen
und damit allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft ihre individuelle Identität,
Geschichte und Würde zurückzugeben. Doch die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge
leistet wesentlich mehr, denn sie blickt längst nicht nur in die Vergangenheit: Es geht
auch darum, für zukünftige Generationen Orte des Innehaltens, des Gedenkens und
des Lernens zu schaffen. Jedes einzelne Schicksal und jedes Grab steht für die
Lehre, alle Kraft daran zu setzen, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen.
Versöhnung, Friedensarbeit und Völkerverständigung – das sind die Zielsetzungen
des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die nichts an ihrer Aktualität
verloren haben. Denn zum einen leben wir in einer Welt, die auch in der Gegenwart
immer wieder von Intoleranz, Hass, Gewalt und Feindseligkeit bedroht ist. Zum
anderen gibt es auch 75 Jahre nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg noch viele
ungeklärte Schicksale und namenlose Opfer. Es freut mich deshalb sehr, dass sich
der Landesverband Thüringen für die Errichtung des KZ-Häftlingsfriedhofs in
Berga/Elster federführend eingesetzt hat. Durch die engagierte Arbeit des
Landesverbandes wird vielen Opfern endlich Sichtbarkeit, persönliche Geschichte
und Menschenwürde zuteil.
Die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge ist ein starkes Beispiel für konkrete
Menschlichkeit, die weit in die Zukunft reicht und die das friedliche Zusammenleben
der Völker fördert. Für dieses Engagement danke ich Ihnen sehr herzlich. Ich habe
sehr gerne die Schirmherrschaft für den Landesverband übernommen und wünsche
Ihnen für Ihre Mitgliederversammlung viel Erfolg und persönlich alles Gute!
Ihr
Bodo Ramelow
Ministerpräsident des Freistaats Thüringen

 
 

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